Heimatverein Schlarpe e.V.

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Der Mähwettbewerb

Die Realgemeinde Bodenfelde begann Ende der achziger Jahre mit dem Mähwettbewerb, um Sensenmähen wieder bekannt zu machen und diese Tradition zu pflegen und in Erinnerung zu halten.Unser 2. Vorsitzender Reinhold Schneider war von dieser Veranstaltung angetan und meinte, dies wäre bei uns auch machbar. Daraufhin begannen wir in Schlarpe auch mit dem Mähwettbewerb und zwar mit dem ersten am 24.6.1990, der in der Wiese von Reinhold Schneider stattfand. Elf Mäher aus Schlarpe stellten sich den Anforderungen des Wettbewerbes und mähten um den Sieg. Sieger wurde Willy Korte. Eine von Voba Volpriehausen gespendete Uhr war der 1. Preis. Ab 1992 ging es dann in jedem Jahr mit dem Mähwettbewerb ( Sensenmähen ) in größerem Umfang weiter. Standort war seitdem die Wiese der Realgemeinde Schlarpe an der Feuer- wehrhütte. Die Teilnehmer kamen aus Schlarpe und den umliegenden Ortschaften, vornehm- lich aus Bodenfelde, Schönhagen, Uslar, Schoningen, Sohlingen und Dinkelhausen. Bei Wettbewerb mußte ein Schwad von 10 mtr. Länge gemäht werden. Bewertet wurden die Zeit die Schwadbreite, die Gleichmäßigkeit der Schwadablage und die Sauberkeit des Schnittes. Für die einzelnen Kriterien wurden von einer Bewertungskommision Punkte vergeben und am Ende addiert. Es siegte in diesem Jahr Wilhelm Holz aus Schoningen vor Willy Korte und Gerhard Marksteiner aus Schlarpe. Außer den Erstplazierten erhielten auch alle anderen Teilnehmer Preise. Befreundete Geschäftsleute waren Stifter dieser Preise. Es haben 21 Mäher teilgenommen, darunter als einzigste Frau Marianne Huck aus Bodenfelde. Sie kann mähen und belegt beim Wettbewerb oft einen der vorderen Plätze.Sie ist eine begeisterte Mäherin.
Erwähnenswert ist folgendes: Die Wettmäher schaffen es beim Wettbewerb nicht die gesamte Wiesenfläche abzumähen. Deshalb wird in einem Gemeinschaftsmähen 10 bis 15 Leute hintereinander, die restliche Wiesenfläche abgemäht. Dies ist immer ein imposantes Bild,wenn diese große Zahl von Mähern in einer Reihe nebeneinander zusammen mäht. Weil bei jährlich gleichen Wettbewerbsbegingungen das Wettmähen langweilig wird, und fast immer die gleichen Teilnehmer siegen, wurde auf Vorschlag unseres Vorstandes 1996 eine Sollingmeisterschaft ausgetragen. Dazu erfolgte eine Aufteilung der Mäher in vier Altersgruppen: Bis 45 Jahre = Jungens 46-60 Jahre = Halbstarke 61-70 Jahre = Ölder über 70 Jahre = Öldesten. Die Ergebnisse der drei Mähwettbewerbe von Schoningen, Bodenfelde und Schlarpe wurden am Ende addiert und daraus die Sieger der einzelnen Altersgruppen ermittelt.
Der letzte Wettbewerb um den Sollingmeister fand am 9.6.1996 in Schlarpe statt. Hier ging es um ersten Plätze. 35 Mäher haben in Schlarpe am Mähwettbewerb teilgenommen, davon mähten 20 um die Sollingmeisterschaft. Über 100 Zuschauer verfolgten das Geschehen.
Es siegten: bei den Jungens Horst Dieter Wasmuth, Eschershausen, bei den Halbstarken Wilhelm Sprenger, Dinkelhausen und Harry Arnemann, Wahmbeck, beide mit gleicher Punktzahl, bei den Ölderen Willi Degelau, Uslar, bei den Öldesten Marianne Huck, Bodenfelde und Willi Mönkemeier, Schoningen, ebenfalls mit gleicher Punktzahl. Alle 6 Sieger erhielten einen Zinnteller mit Gravur überreicht gestiftet vom MTV Schonigen, von der Realgemeine Bodenfelde und der Volksbank Volpriehausen.
Etwas Besonderes geschah 1997 in Schlarpe. Das 3. Fernsehpragramm vom NDR 3 wollte in der Sendung “ DAS „eine Reportage über das Mähen mit der Sense bringen. In Bodenfelde sollten die Aufnahmen dazu erfolgen. Aus technischen Gründen klappte es dort nicht. Deshalb kam das Aufnahmeteam am 8. 6. nach Schlarpe, um bei uns die Aufnahme zu drehen. Durch unsere umfangreiche Werbung bedingt kamen 36 Mäher, um ihr Können zu zeigen. Der Älsteste – Friedrich Schefft, Uslar – ist über 80 Jahre alt. Außerdem ca. 120-130 Zuschauer. Sie Alle wollten das Fernsehteam bei der Arbeit sehen. Vom Fernsehteam wurde der Verlauf des Mähwettbewerbes, das Senseklopfen von Klaus Welsch, Bodenfelde und eine Reportage von ihm über das Sensenmähen allgemein aufgenommen. Im August 1997 brachte das 3. Programm in der Sendung “ Das “ eine 3,5 bis 4 Min. lange Sendung von unserem Mähwettbewerb. Bei diesem Wettmähen kommt auch der gemütliche Teil nicht zu kurz. Zur Stärkung der Teilnehmer wird von einer Frauengruppe unseres Vereins Mettwurst- und Käsebrot, sowie Kaffee und selbstgebackener Kuchen zum Verzehr angeboten. Vom Bratrost gibt es die leckeren Rostbratwürste. Außerdem natürlich die entsprechenden Getränke. Im gemütlichen Teil geht es immer sehr lustig zu. Es wird viel gelacht und gescherzt. Manchmal auch nach den Klängen eines Schifferklavieres gesungen. Witze erzählen kommt auch nicht zu kurz. Einige Male mußten Auswärtige Teilnehmer von unseren Frauen nach Hause gefahren werden, weil sie den Getränken zu stark zu gesprochen hatten.Unser Mähwettbewerb ist immer ein kleines Volksfest, zu dem Teilnehmer und Zuschauer gern kommen.

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