Die Projekte des Vereins:
1.Der Osterteich
Schon bald nach der Vereinsgründung kam bei Vorstand und Mitgliedern der Gedanke auf, den Schweineteich oder Suhle am Bollert, der im Besitz der Realgemeinde Schlarpe ist, in einen Teich umzuwandeln. Es sollte ein Ort um Ausruhen und Erholen für Einheimische und Gäste werden. Die Realgemeinde stimmte dem Ausbau und 1961 wurde begonnen, per Hand, mit Schaufel, Hacke und Schubkarre den Teich auszuheben. Ein kleiner Bagger, der die Handarbeit erleichtern sollte, versackte im Morast und brachte keine Hilfe. 25 Vereinsmitglieder legten Hand an, und sogar die Schulkinder halfen, um den Teich zu gestalten. Nach dem Ausheben des Teiches mußte der Straßendamm abgedichtet werden. Hier gab es laufend Probleme. Der einfache Einbau eines Mönches mit Schieber und seitlicher Abdichtung durch Beton reichte nicht aus. An beiden Seiten des Mönches mußten Betonmauern gezogen werden, trotzdem blieb der Teich oft nicht dicht. Alle paar Jahre mußte ausgebessert werden. Manchmal war der Teich einige Wochen nach der Ausbesserung wieder ausgelaufen.1989 erfolgte die letzte Ausbesserung und Erneuerung. Der Beton wurde bis 40cm unter die Teichsohle eingebaut, seitdem ist der Teich dicht. Hoffentlich für immer. Zusätzlich zum weiteren Ausbau des Teichgeländes wurden ein Geländer und eine Brücke im oberen Teil des Teiches gebaut, sowie 3-4 Bänke aufgestellt. 1965 erhielt die Gemeinde Schlarpe zur Förderung des Fremdenverkehrs einen Zuschuß von DM 10000,- aus Landesmitteln. Mit diesem Geld wurden unter anderem dem Verein die entstandenen Materialkosten für Mauerbau, Geländer, Brücke usw. ersetzt sowie für 543 geleistete Arbeitsstunden ein geringes Entgelt gezahlt. 543 Arbeitsstunden waren bis 1965 angefalle. Auf der Jahreshauptversammlung am 9.2.1962 gaben die Mitglieder des Vereins dem entstandenen Teich den Namen " Osterteich " . Dieser Name erschien passender als der frühere " Schweineteich " und bot sich durch die Nähe zum damaligen Osterfeuerplatz an.
Als Besonderheit ist folgendes zu vermerken: Im Frühjahr 1962 hatte ein Unwetter die Badeanstalt in Volpriehausen zerstört. Fortan war der Osterteich die einzige Badegelegenheit für die Schlarper Kinder. Viele Jahrelang herschte Sommer für Sommer reges Badeleben am Osterteich. Auch aus den umliegenden Gemeinden kamen die Kinder zum Baden nach Schlarpe. Eine Anzahl von Schlarper Kindern hat unter Leitung des damaligen Schulleiters Rehnfarth im Osterteich ihre Schwimmprüfung abgelegt. ( Die Schlarper Schule war zu der Zeit noch selbständig.) Nach Fertigstellung des neuen, beheizten Schwimmbades in Volpriehausen im Frühjahr 1968 ließ dann der Badebetrieb nach. In den Jahren 1964/65 und auch 1985 kamen Diskussionen auf, den Osterteich zu einem
Biotop werden zu lassen. Forstamtmann Städler,Schoningen machte diesen Vorschlag. Die Mitglieder des Vereins stimmten aber auf einer Versammlung dagegen. Somit blieb der Teich mit seiner offenen Wasserfläche bestehen. 1968 wurde der Teich mit 250 und 1979 mit 500 Forellen besetzt. Viele sind bei der Teichreinigung durch den geöffneten Schieber im Bach gelandet und entwischt Zu einem Forellenessen auf einer Vereinsversammlung hat es aber gereicht. Einige Male gab es nach einem Arbeitseinsatz auch noch Forellen vom Grill. Die laufende Vergrünung durch Algen und Wasserpest gab dem Osterteich ein schlechtes Aussehen. Nur eine gründliche Reinigung konnte sie wieder beheben. 1989 wurden 6-8 Graskarpfen eingesetzt, die die Wasserpest beseitigen sollten. Einen kleinen
Erfolg hat dies gebracht: Der Teich blüht nicht mehr so oft und die Wasseroberfäche ist meistens frei. Außer den Graskarpfen haben sich Goldfische, Karauschen und Forellen angesiedelt. An der Hangseite ist eine große Fläche gelber Seerosen entstanden. Der Osterteich ist durch sein Tier-und Pflanzenreichtum ungewollt zu einem Biotop geworden, aus diesem Grunde wird das Wasser nicht mehr abgelassen. Zur Erhaltung dieser Teichanlage waren und sind laufend Ausbesserungsarbeiten z.B. am
Geländer, an der Brücke usw.erforderlich. Dies ist die Aufgabe des Vereins, wenn der Osterteich in dieser Form erhalten bleiben soll.
2.Die Schlarper Heidelbeerhütte:
Der Bau einer Köte und einer weiteren Schutzhütte war ab 1961 bei den Vereinsmitgliedern im Gespräch. Heinrich Hilke (obwohl kein Vereinsmitglied erklärte sich bereit, beim Bau der Köte mitzuhelfen. Heinrich Hilke (Jahrgang 1907) war der letzte Köhler aus Schlarpe. Er hat in seiner Jugend mit seinem Vater noch die Köhlerei betrieben. Aus dieser Zeit als Köhler kannte er noch den Bau einer Köhlerhütte und das Leben als Köhler in einer Köte. Am 23.1.1965 beschließt die Mitgliederversammlung den Bau der Schutzhütte am Rothenberg (Bramburger Str.) und der Köhlerhütte am Invalidenweg. Als erstes erbauten die Vereinsmitglieder die Schutzhütte am Rothenberg, die spätere Heidelbeerhütte. Sie fällt in der Form etwas aus dem Rahmen sonstiger Schutzhütten. An dem Entwurf war Herbert Rakebrandt stark beteiligt. Mit dem damaligen Forstbeamten Ebel (Nienover) wurde die endgültige Bauform abgesprochen. 21 Veinsmitglieder beteiligten sich am Bau, Holz stellte Forstamtmann Schubert (Goseplack)zur Verfügung. Die Bäume wurden von den Vereinmitgliedern selbst geschlagen und zur Baustelle transportiert. Die übrigen Kosten und eine kleine Entschädigung für die am Bau angefallenen Arbeitsstunden übernahm die Gemeinde Schlarpe aus dem Landeszuschuß zur Förderung des Fremdenverkehrs.Der gesamte Ortsrat und die Vereinsmitglieder feierten am 26.9.1965 die Einweihung der neuen Schutzhütte.
Im Sommer 1992 wurden die im Laufe der Jahre aufgetretenen Schäden ausgebessert. Das Dach bekam eine neue Dachpappenauflage unterlegt mit Rauhsbundbrettern.Über den kleinen Graben wurde eine neue Brücke gebaut. Das Forstamt Hardegsen übernahm nach Befürwortung von Forstamtmann Städler, Schoningen die Materialkosten.
Einen offiziellen Namen besaß die Hütte am Rothenberg bis 1994 nicht. Auf der Jahreshauptversammlung am 12.3.1994 gab es über die Namensgebung eine eingehende Diskussion. Mehrere Namen standen zur Debatte. " Sanders Hütte ", " Schlarper Hütte " und " Schlarper
Heidelbeerhütte ". Den letzteren Namen brachten Michael Schneider und Waltraud Rehnfarth zur Erinnerung an das Heidelbeersammeln und Pflücken im Rothenberg und Stehberg in früheren Zeiten ins Gespräch. Die Versammlung stimmte diesem Namensvorschlag einstimmig zu und seitdem heißt die Schutzhütte am Rothenberg " Schlarper Heidelbeerhütte". Die offizielle Einweihung mit Enthüllung des Namensschildes erfolgte anläßlich der 1.Schlarper Heidelbeermusik am 16.7.1994. Der Name " Schlarper Heidelbeerhütte " hat sich überall sehr schnell eingeprägt.
3. Die Schubertköte:
Nach dem Bau der Heidelbeerhütte ging es an den Bau der Köte am Invalidenweg. Dies geschah ebenfalls im Jahr 1965.Standort der Köte ist vermutlich eine alte Meilerstelle, also ein historischer Platz. Forstamtmann Schubert (Goseplack), stellte wieder das entsprechende Bauholz zur Verfügung. Das Bäume- und Stangenschlagen und den Aufbau der Köte erledigten 22 Vereinsmitglieder, sowie Wilhelm Steinhoff, Wilhelm Ilse, Karl Ilse und Heinrich Hilke. Hilke war, wie schon erwähnt, der letzte Köhler aus Schlarpe. Ursprünglich wird eine Köte mit Rasenplacken belegt. Dies erfordert aber eine laufende Ausbesserung, weil die Placken zusammenrutschen. Um diese Arbeit zu vermeiden, belegte man die Köte mit Lohe = Rinde. Dauerhaft war dieser Belag aber auch nicht, denn 1976 war die Lohe teilweise zerbrochen und undicht geworden. Auf Veranlassung von Forstamtmann Rang (Goseplack) erneuerte Heini Becker, ebenfalls aus Goseplack, die Abdeckung. Die Lohe wurde entfernt, Dachpappe aufgebracht und darauf Halblatten genagelt. Den fehlenden Rauchabzug baute Peter Rahn (Schlarpe) nachträglich ein.Forstamtmann Schubert war ein großer Förderer des damaligen Verkehrsvereines, das erforderliches Holz für Baumaßnahmen stellte er immer zur Verfügung. Als Dank für dieses Entgegenkommen erhielt die Köte am Invalidenweg den Namen " Schubertköte ".Auch für den Bau der Schubertköte 1965 stellte die Gemeinde Mittel aus dem Landeszuschuß zur Verfügung, daraus erhielten auch die Beteiligten ein geringes Entgelt für die geleisteten Arbeitsstunden. Im Jahre 1997 erfolgte eine weitere Reperatur u. Neugestaltung der Schubertköte.Die Halblatten und die Dachpappe waren teilweise morsch und faul geworden. Eine Reparatur unbedingt erforderlich. Im Winter begannen die Vereinsmitglieder mit dem Einschlagen und Schälen der Stangen, im Juni/Juli wurden dann die eigentlichen Arbeiten an der Köte durchgeführt.Die Latten und der seitliche Rauchabzug wurden abgerissen und die Hüttenspitze um 30-40 cm gekürzt, um einen Rauchabzug nach oben zu erhalten.Als nächstes wurde eine neue Lage Teerpappe aufgelegt, verklebt und Rundhölzer ( Stangen ) angestellt und mit Draht befestigt. Die Hüttenspitze bekam eine neue Abdeckung. Als letztes erhielt die Köte ein neues Namensschild. Auf Vorschlag von Forstamtmann Rang (Goseplack) übernahm die Forstverwaltung Hardegsen die Materialkosten und ein kleines Entgeld für die geleisteten 200 Arbeitsstunden der Helfer. Die Reperatur und Neugestaltung der Schubertköte ist gelungen. Sie strahlt wieder in neuem Glanz.
4.Die Robert-Reinhard Quelle:
Im Hardegser Stadtforst am Zwiebelkopf entspringt eine Quelle, die Robert-Reinhard Quelle genannt wird.Von zwei jungen Leuten aus Schlarpe - Robert Warnecke und Reinhard Borchert ( Jahrgang 1915 und1916 ) - wurde die Quelle schon vor dem 2.Weltkrieg erschlossen. Sie dämmten denQuellen bereich zum Hang hin ab,versahen den Damm mit einem Durchlaß und schafften somit einenFußweg. Damit entstand am Zwiebelkopf ein durchgehender Fußweg, der den gesamten Bereich begehbar machte. Außerdem bauten sie im unteren Bereich einen zweiten Teich mit einer Fontäne. Zur Erinnerung an die Erbauer erhielt die Quelle von den Dorfbewohnern den Namen " Robert-Reinhard Quelle ". Nach dem 2.Weltkrieg übernahm der Verkehrsverein die Pflege der Robert-Reinhard Quelle. Er stellte drei Bänke auf, um die Wanderer zum Ausruhen einzuladen.Viele Arbeiten an der Quelle erledigte Hans Puff. Er baute ein Mühlenrad auf und im unteren Bereich entstand zeitweise wieder eine Fontäne.1990 wurde der Damm letztmalig erneuert und abgedichtet sowie ein neues Geländer aufgestellt.Vom Wiederaufbau einer Fontäne und eines Mühlrades sah man ab. 1997 mußte der Bereich um die Robert-Reinhard Quelle erneut ausgebessert werden, da zwei umgestürzte Bäume das Geländer zerstört und die Böschung beschädigt hatten.
5.Weitere Arbeiten des Vereines:
Außer dem vorgenannten Bau von Schutzhütten und Anlagen hat sich der Verein noch weitere Aufgaben gestellt. Dabei sind als erstes die Ruhebänke zu nennen. Im Jahr 1961 standen schon 18 Ruhebänke im Dorf und in der näheren Umgebung. Die Bänke wurden
in Eigenleistung hergestellt. Banksockel aus Beton gegossen, Sitz und Lehne selbst gezimmert. In den Jahren 1974 und 1981 hat der Verein und die Gemeinde Eichenbänke von Heini Becker (Goseplack) gekauft. Später ging man von den Betonsockelbänken teilweise zu Bänken mit Gußsockeln über. Diese haben eine bessere Stabilität und können an wechselnden Standorten aufgestellt werden. Eine laufend wiederkehrende Arbeit ist das Streichen und Ausbessern der Bänke. Es erfolgte meistens am Standort. Seit 1991 werden alle Bänke im Herbst abgebaut zum Trocknen untergestellt und Ende April in einer Gemeinschaftsaktion gereinigt und gestrichen. Dadurch sind die Bänke haltbarer geworden, weil sie im Winter nicht dem Wetter ausgesetzt sind. Insgesamt sind jetzt (1997) 38 Bänke zu betreuen und zu pflegen.
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