Die Wanderungen:
Schon in den jungen Jahren des Vereins waren jährliche Wanderungen üblich. Zu damaliger Zeit wurden die Wanderwege nicht mit Schildern, sondern durch Markierungen an den Bäumen gekennzeichnet. Mit Kreuzen, Kreisen und Vierecken in verschiedenen Farben. Die Markierung erfolgte oft während der Wanderungen, sodaß einige Wanderer immer mit dem Farbtopf umher liefen.
Ziele waren meistens die, oft unter Führung von Helmut Rang stattfanden, waren meistens nähere und weitere Umgebund von Schlarpe, wie Rasenbank, Seidenstickers Vergnügen,Hexentanzplatz, die Schäfersteine, das Bremker Tal, die Friwohler Ruine, Ertinghausen, Hildas Glück und die Schubertköte, wenn Peter Rahn einen Meiler aufgebaut hatte, wie z.B am 29.5.1982.
Am 7.5.1995 erwanderten die Gruppe auf Vorschlag von Herrn Helmut Rang die Weper bis zur Sohnreyhütte.
Oft ist auch Reinhold Schneider mit Schlepper und Anhänger mitgefahren, um Kinder und Wandermüde aufzuladen. Gefrühstückt wurde meistens aus dem Rucksack. Manchmal gab es zum Abschluß auch Würstchen vom Grill. Einmal sogar Rehbraten vom Spieß. Die Wanderungen verlaufen meistens lustig und vergnüglich und sind durch die Führung von Helmut Rang auch interessant. Die Teilnehmerzahl liegt immer zwischen 15 u. 30 Personen.
Seit 4 Jahren werden vom Heimatverein eine Frühjahrs-und eine Herbstwanderung angeboten.
Die Ausflüge und Busfahrten:
Zur Förderung der Vereinsgemeinschaft veranstaltete der Verkehrsverein und danach der Heimatverein gemeinsame Ausflüge mit dem PKW und Busfahrten. Als besonderer Ausflug ist hier die Fahrt nach Laubach bei Hedemünden und zur Bramburg am 22. 9. 1963 zu nennen. Laubach war damals beim Wettbewerb unser Dorf soll schöner werden zum schönsten in Südniedersachsen gekört worden. Das Dorf wurde durchwandert und besichtigt. Die Vereinsmiglieder erhielten dabei wertvolle Anregungen für die eigene Arbeit zu Hause. Zur Mittagspause fuhren wir in einen Steinbruch bei Lippoldshausen. Hier gab es Frühstück aus dem Rucksack und zusätzlich versorgte Wilhelm Beller die Reiseteilnehmer mit Würstchen vom Grill. Die Reise ging weiter zur Sababurg. Nach der Burgbesichtigung gab es ein gemeinsames Kaffetrinken. Dieser Ausflug hat Allen viel Spaß gemacht. Ab 1988 bietet der Verein jedes Jahr eine Tagesbusfahrt an. Trotz mancher Skeptiker zu Beginn dieser Fahrten haben sie sich durchgesetzt. Bis Ende 1997 haben 10 Fahrten stattgefunden.Die erste Busfahrt am 3.9.1988 führte ins Freilichmuseum nach Detmold, zu den Externsteinen und zum Abschluß ins Glasmuseum nach Boffzen. In einer gemütlichen Gaststätte wurde dort gemeinsam zu Abend gegessen und danach 2 Std. nach der Musik eines Alleinunterhalters getanzt. Es war eine gelungene Tagesfahrt. Am 23.8.1989 fuhren wir nach Eisenach in Thüringen, um das Lutterhaus, die Wartburg und das Bachhaus zu besichtigen. An der Grenze in Werleshausen gab es die üblichen, scharfen Kontrollen für Reisende aus der Bundsrepublick. Ein Reiseleiter aus der DDR betreute uns den ganzen Tag. Mittagessen und Abendbrot waren im Reisepreis inbegriffen. Zum Mittagessen sollte es Kalbsbraten geben. Vor dem Mittagessen in einem Eisenacher Hotel teilte uns der Reiseleiter aber mit, daß es leider keinen Kalbsbraten gäbe, sondern dafür wohlschmeckenden Kaninchenbraten. Die Fahrtteilnehmer fühlten sich sofort an die Zeit nach dem Krieg erinnert, wo die meisten selber Kaninchen hielten, um sich zusätzlich mit Fleisch zu versorgen. Als Willi Schlemme den Kaninchenbraten auf seinem Teller sah, stand er auf mit den Worten: " Ich habe noch nie in meinem Leben Kaninchenbraten gegessen, also esse ich ihn hier auch nicht." Die Reisegesellschaft brach in großes Gelächter aus. Das gute Abendessen hat Willi Schlemme aber wieder versöhnt. Die Besichtigung des Lutterhauses, der Wartburg und des Bachhauses waren sehr interessant und eindruckvoll. Im Bachhaus spielte uns eine Pianistin 30 Min. Musik von Johann Sebastian Bach. Diese 30 Min. Musik waren sehr schön und erholsam nach einem Tag voller Hektik. Was die Reisegesellschaft zum Kopfschütteln veranlaßte und nachdenklich stimmte waren zwei Begebenheiten: Beim Besuch der Wartburg stand im Hof eine große Menschenmenge und wartete auf Einlaß in die Burg. Wir reihten uns hinten ein. Nach kurzer Zeit kam der Reiseleiter und holte uns nach vorn zum Eingang. Die Besichtigung der Burg begann für unsere Reisegesellschaft sofort, obwohl ca. 100 bis 120 DDR Bürger in der Schlange standen und schon längere Zeit auf den Einlaß warteten. Unsere Reisegruppe war über diese verfahrensweise sehr erstaunt. Es war ihnen direkt peinlich, daß so verfahren wurde. Ein Kaffeetrinken war offiziel nicht eingeplant. Wir bedrängten aber den Reiseleiter, uns die Möglichkeit zum Kaffetrinken zu beschaffen. Er ging ins Burgkaffee und versuchte sein Glück. Die Folge war, das Burgkaffee wurde von DDR Bürgern geräumt und wir durften hinein.Wir hatten das große Kaffee für uns allein. Vor der Tür standen eine Anzahl DDR Bürger und wollten auch hinein. Sie durften aber nicht, um jeglichen Kontakt mit uns zu vermeiden. Erst nachdem wir das Kaffee verlassen hatten, wurde es wieder für sie geöffnet. An der Grenze in Herleshausen gab es die übliche Kontrolle. Wir mußten den Bus verlassen, und das Gepäck aus dem Bus räumen. Die Grenzer spiegelten den Busunterboden um festzustellen, ob sich nicht etwa ein Flüchtling versteckt hätte. Einige Wochen später kam die Grenzöffnung. Wir hatten den Arbeiter- und Bauernstaat noch einmal richtig kennengelernt.
1990 gab es eine kombinierte Bus- und Dampferpfahrt. Bad Karlshafen wurde mit dem Bus angefahren und die Stadt besichtigt. Danach fuhren wir mit dem Weserdampfer flußaufwärts bis nach Lippolsberg. Dort besichtigten wir das Schäferhausmuseum. Es war sehr interessant zu sehen, was die Mitglieder des Museumsverein aufgebaut und aus früherer Zeit gesammelt hatten. Mit einer gemeinsamen Kaffeetafel und selbst gebachenem Kuchen aus dem alten Backofen des Museums endete der Ausflug.
Am 24.8.1991 führte uns die Tagesreise als Erstes nach Benneckenstein, um von dort mit der Harzquerbahn bis nach Wernigerode zu fahren. Die Bahnfahrt war sehr lustig und vergnüglich. Der Zug war sehr voll und es herschte ein arges Gedränge. Einige unserer Fahrtteilnehmer hatten den Schnäpsen " Schierker Feuerstein " tüchtig zu gesprochen und waren schon etwas angeheitert. Die Folge war viel Gelächter während der Fahrt und nachher.
Für Werningerode gab es kein festes Programm. Die 2 Stunden Aufenthalt konnte jeder für sich gestalten. Am Nachmittag besichtigten wir noch die Kaiserpfalz in Goslar. Danach ging es wieder auf die Heimreise.
Im Jahre 1992 war der Norden von Niedersachsen unser Reiseziel und zwar das Mühlenmuseum in Gifhorn und das Otterzentrum in Hankesbüttel. Im Mühlenmuseum gibt es viele alte Mühlen zu sehen, die an ihren ursprünglichen Standorten abgebaut und hier wieder aufgebaut worden sind. Aber nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus den Nachbarländern. Sehr eindruckvoll die Ausstellung in der großen Halle des Museums. Hier sind Mühlenmodelle aus der ganzen Welt aufgebaut. Ein imposantes Bild.Weiter ging die Fahrt ins Otterzentrum. Hier konnten wir im weitläufigen Freigelände die Otter in der freien Natur beobachten. In einem großen Ausstellungsraum gab es weitere Informationen in Schrift und Bild über das Leben der Otter.
Am 11.9.1993 besuchten wir erstmals Nordhessen. Die Fachwerkstadt Fritzlar war die erste Station. Der Dom, die Altstadt und das Hochzeitshaus sollten besichtigt werden. Im Dom übernahm der Kaplan die Führung und berichtete über die Geschichte des Kirchengebäudes. Außerdem über die kirchliche Geschichte von Fritzlar und der Umgebung. Fritzlar hatte eine große Bedeutung bei der Christianisierung der Sachsen. In Geismar bei Fritzlar hat angeblich die " Donareiche " gestanden. Die Stadt selbst ist eine der schönsten Fachwerkstätte in Nordhessen. Ein Stadtführer berichtete über die Geschichte der Stadt und der großen, alten Fachwerkhäuser. Das größte Fachwerkhaus ist das Hochzeitshaus. Hier hat der Kulturverein ein Museum eingerichtet. Gezeigt werden viele Gegenstände aus der Vergangenheit, Gemälde und alte Dokumente aus der Stadtgeschichte. Nach dem Mittagessen ging die Fahrt weiter nach Bad Wildungen zur Besichtigung eines Waffenmuseums und der Kurstadt selbst. Die Rückfahrt erfolgte über die Burg Waldeck und am Edersee entlang.
Über eine aufregende Begebenheit ist noch zu berichten: Beim Verlassen des Busses am Morgen in Fritzlar wurde unser Schriftführer Helmut Krämer von einer Wespe gestochen. Niemand sonst nur Herr Krämer. Da er auf Wespenstiche allergisch reagiert, war natürlich alles in heller Aufregung. Zwei Reiseteilnehmer brachten ihn sofort ins Krankenhaus, damit er dort behandelt wurde. Nach Beendigung unserer Besichtigungen gingen wir in ein Speiselokal zum Mittagessen.Vom weiteren Geschehen um Herrn Krämer wußten wir nichts. Aber zum Erstaunen Aller saß er schon quietschvergnügt in der Gaststätte bei einem Glas Bier und wartete auf uns. Die Freude und das Gelächter war natürlich groß.
Die Busfahrt im September 1994 ging in den Harz zur Besichtigung der Baumannshöhle, der Stadt Quendlinburg, der Roßtrappe und weiter nach Zorge. In Zorge wohnt Karin Marksteiner. Sie ist Mitglied in einem Harzclub und hatte uns zum Besuch eines Heimatabends, bei dem ihre Familie mitwirkt, eingeladen. Wir nahmen natürlich das Angebot an. Der Harzclub unterhielt uns mit Gesang, Tanz, Holzhacken und Peitschenknallen. Alles was ein Harzclub an Unterhaltung zu bieten hat. Es war ein schöner Abend. Nach diesem gelungenen Tagesabschluß brachte uns der Bus wieder ins heimatliche Schlarpe.
Im September 95 war das Rosarium in Sangerhausen und das Monumentalgemälde
vom Bauernkrieg bei Frankenhausen unser Ziel. In Sangershausen ist der größte Rosen-garten Europas zu sehen. Bei der Besichtigung konnten wir die Vielfalt der Rosen bewundern. Es ist erstaunlich wieviel Rosensorten es gibt. Der Zeitpunkt des Besuches war schlecht gewählt, viele Rosen hatten die beste Blüte schon hinter sich. In Bad Frankenhausen ging es zur Besichtigung des großen Rundgemäldes vom Bauernkrieg 1525. In einer Rundhalle hat der Maler die Geschichte des Bauernkrieges in einem Gemälde festgehalten. Ein Führer erläuterte uns die einzelnen Abschnitte des Gemäldes. Es ist erstaunlich, welche Darstellungskraft es besitzt.
Im Jahre 1996 hat Schlarpe am Wettbewerb " Unser Dorf soll schöner werden" mit nur
mäßigem Erfolg teilgenommen. Um Ortschaften mit besserem Erfolg kennenzulernen, schlug der Vereinsvorstand vor, im August 1996 einmal das schönste Dorf der Bundesrepublick aus dem Jahr 1995 zu besuchen.Dieses Dorf heißt "Rüspel" und liegt im Landkreis Rotenburg/Wümme. Also fuhren wir nach Rüspel. Ein sehr überzeugend sprechender Führer hat uns das Dorf bei einer Rundfahrt vorgestellt. Er berichtete über die gemeinsamen Arbeiten der Bürger beim Bau der Gemeinschaftskompostieranlage, beim Anpflanzen von Hecken, Obstbäumen und bei der Gestaltung der Hausvorgärten. Eine Moorschafherde wurde gezüchtet und der dazugehörige Stall gebaut. Eine große Bilderausstellung im Schützenhaus zeigte uns die Entwicklung des Dorfes in den letzten 20 Jahren. Die gemeinsame Arbeit der Dorfbewohner war schon erstaunlich. Natürlich ist ein Dorf in der Heide schlecht mit einem Sollingdorf zu vergleichen, aber entscheidend ist doch, was die Bürger gemeinsam für das Dorf tun.Am Nachmittag ging es weiter nach Undeloh und dort mit dem Pferdewagen durch die Heide nach Wilsede. In Wilsede konnte der Wilseder Berg und ein interessantes Heimatmuseum besichtigt werden. Nach ca. einer Stunde Aufenthalt brachte uns der Pferdwagen wieder nach Undeloh. Und von dort begann die Heimfahrt in den Solling.
Nach der langen Busfahrt 1996 bis Rüspel wünschten die Vereinsmitglieder für 1997 eine Tagesfahrt der kurzen Wege. Deshalb fuhren wir am 5.9.1997 nur nach Hessen ins Werratal und auf den Hohen Meisner.
Die erste Station war die Burg Hanstein. Hier konnte eine imposante Burganlage besichtigt werden. Aus einem Handbuch berichtete der Vereinsvorsitzende über die Geschichte der Burg und der Umgebung. Auch Graf Otto von Northeim war im 11. und 12. Jahrhundert Besitzer dieser Burg und der umliegenden Dörfer. Weiter ging die Fahrt ins Grenzmuseum nach Bad Sooden-Allendorf. Hier wurde uns vom Museumsführer die Geschichte der alten DDR-Grenze ausführlich erklärt. Auch unter welchen Einschränkungen die Grenzbewohner leben mußten. Den Fluchtversuch eines DDR-Bürgers hier im Grenzgebiet, der bei der Flucht von den Grenzsoldaten erschossen wurde, schilderte er sehr eindrucksvoll. Im Ausstellungsraum gab viele schriftliche Unterlagen wie Grenzbefehle usw. zu besichtigen. Außerdem sind im Freigelände ehemalige Grenzfahrzeuge und zwei Hubschrauber ausgestellt.
Zum Mittagessen fuhren wir nach Frankenhain ins Gashaus "Zur Linde". Hier erwartete uns eine Dorfgaststätte mit guter Atmosphäre und gutem Essen. Alle waren begeistert.
Der Nachmittag begann mit einer Fahrt zum "Hohen Meissner". Wieder herunter vom Berg durch die schönen Meissnerdörfer nach Abterode zur Grube "Gustav". In einem Gang durch die Stollen erklärte uns der Grubenführer den Kupferschiefer - und Schwertspatabbau. Unter sehr schwierigen Bedingungen mußten die Bergleute früher arbeiten. Die Stollen sind teilweise sehr niederig, sodaß die Arbeit mit Meißel und Hammer nur im Liegen erfolgen konnte. Erst mit Aufkommen der Technik gab es Erleichterungen für die Bergleute.
Den Abschluß unserer Fahrt bildete das Kaffeetrinken in der Kurstadt Bad Sooden-Allendorf mit seinen vielen Kaffees. Hier konnte jeder nach Belieben Kaffeetrinken und Kuchen essen. Es war ein sonniger, warmer Nachmittag. Die Gäste konnten in der Fußgängerzone vor den Kaffees sitzen. Der Aufbruch zur Heimfahrt viel den meisten schwer. Man konnte hier so gemütlich und bequem sitzen. Diese Tagesfahrt war eine der schönsten Reisen überhaupt. Alles paßte zusammen, das Wetter, die Besichtigungen und die Gastronomie.
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