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Die Geschichte des Heimatvereins Schlarpe e.V.
Im August 1959 trafen sich Schlarper Bürger, um auch in Schlarpe einen Verkehrsverein zu
gründen. In den umliegenden Gemeinden bestanden Verkehrs- oder Heimatvereine schon längere Zeit.
Das Gründungsprotokoll:
Am 15. 8. 59 wurde der Verkehrsverein ins Leben gerufen, hierzu erschienen einige Interessenten. Als erstes wurde der Vorstand gewählt. Almut Beller 1. Vorstand, Helmut Beller 2. Vorstand, Robert Kleine Schriftführer und Kassierer, Herbert Rakebrandt und Walter Hinze Beisitzer, August Decker und Fritz Wille Wegewärter. Auch war der 1.Vorstand von Volpriehausen eingeladen und auch erschienen. Er gab Auskunft und Ratschläge über das weitere Verhalten des Vereins. Der Verkehrsverein muß als erstes dem Sollingverein in Neuhaus gemeldet werden. Eigene Statuten braucht der Verein nicht, da wir dem Sollingverein in Neuhaus angeschlossen sind. Über Eintrittsgeld und Jahresbeitrag wurde gesprochen und wie folgt festgelegt. Bei Vereinseintritt 5,- DM und ein Jahresbeitrag von DM 5,- zu zahlen.
Für die Gründung des Verein waren:
Almut Beller, Helmut Beller, Herbert Rakebrandt, August Decker, Fritz Wille, Walter Hinze, Robert Kleine, Karl Decker, Karl Pleuger, Hans Liebner, Hermann. Dormann, Maria Böttcher, Friedel Brecht, Otto Ruwisch, Rudolf Bungers."
Ziel dieser Vereinsgründung war, den Fremdenverkehr in Schlarpe zu fördern und zu unterstützen. Auch eine Verbesserung bzw. Verschönerung des Ortsbildes sollte erreicht werden.
Die allgemeine Entwicklung des Vereines:
1959 gründeten 15 Bürger den Verein. Die Vereinsziele fanden starkes Interesse in der Bevölkerung, so daß der Verein 1961 schon 35 Mitglieder zählte. Die Mitgliedszahlen wuchsen ständig und erreichten ihren Höchststand 1966 mit 74 Personen. Danach stagnierte die Mitgliederzahl und sank bis Ende 1986 auf 56.
Erst im Jahre 1988 begann durch entsprechende Werbung des neuen Vorstandes die Mitgliederzahl wieder zu steigen. Ende 1990 waren es 98 und zum Jahresende 1997 150 Mitglieder. Hier zeigt sich, daß die Arbeit des Vereins Anerkennung bei den Schlarper Bürgern findet. Durch ihre Mitgliedschaft unterstützen sie dessen Arbeit.
Bei der Gründungsversammlung am 15.8.59 beschlossen die Mitglieder ein Eintrittsgeld von DM 5,- und einen Jahresbeitrag von ebenfalls DM 5,-. Das Eintrittsgeld wurde nie erhoben. Der damals beschlossene Jahresbeitrag blieb bis 1979
bestehen. Erst auf der Jahreshauptversammlung 1979 wurde der Beitrag auf DM 10,- erhöht.
Diese Beitragshöhe besteht auch Ende 1996 noch.
Die finanzielle Entwicklung des Vereins gestaltet sich günstig, so daß eine weitere Beitragserhöhung nicht erforderlich wird.
Die Vereinsgründer gaben 1959 dem Verein den Namen "Verkehrsverein Schlarpe". Am 13. Februar 1988 wurde der Name in "Heimat- und Verkehrsverein Schlarpe" geändert. Eine erneute Namensänderung beschloß die Jahreshauptversammlung auf Vorschlag des
Vorstandes am 12. März 1994 in "Heimatverein Schlarpe e.V.". Diese Namensänderung in "Heimatverein Schlarpe e.V." begründete der Vorstand gegenüber den Mitgliedern mit den veränderten Aufgaben und Zielen des Vereins. Fremdenverkehr gibt es - bis auf eine kleine Ferienwohnung - in Schlarpe nicht mehr. Der Verein hat andere Aufgaben übernommen, wie Blumentrogbepflanzung, Baumpflanzaktionen, Vortrags-und Musikveranstaltungen, jährliche Busfahrten für die Mitglieder usw., die mehr der Kultur-und Heimatpflege dienen. Die Mitgliedschaft im Sollingverein Neuhaus war vor Jahren aus Kostengründen aufgegeben worden. Deshalb besaß der Verein keine Satzung mehr, nach der er arbeiten konnte. Um dies zu ändern, beschloß die Jahreshauptversammlung am 12. März 1994 eine Vereinssatzung. Der Verein wurde beim Amtsgericht ins Vereinsregister eingetragen und darf
das Kürzel e.V. führen.
Um die schöne Umgebung von Schlarpe den Besuchern bekannt zu machen, hat der Verkehrsverein schon 1961 mit dem Bau von Wanderwegen begonnen. Die Wege mußten teilweise freigelegt, planiert und markiert werden. Die Markierung erfolgte durch Kennzeichnung der einzelnen Wanderwege mit unterschiedlichen Farbzeichen. Hinweisschilder kamen an bestimmten Stelle noch hinzu. Im Jahr 1975 gab es im Forstbezirk Goseplack drei markierte Wanderwege. Beim Erstellen der neuen Wanderkarte 1990 durch die Ferienregion Uslarer Land mußte jeder Ortsteil einen Wanderweg benennen, der mit Hinweisweisschildern und mit einem besonderen Tierzeichen zu versehen sei. Der Schlarper Wanderweg erhielt zu den Hinweisschildern als Markierung einen blauen Schmetterling. Außerdem übergab die Ferienregion Uslarer Land den Dörfern weitere Hinweisschilder mit entsprechender Beschriftung (nach vorheriger Rücksprache mit den Vereinen) zum Aufhängen, um mit diesen auf besondere Plätze im Ort und der Umgebung hinzuweisen.
Anfang der sechziger Jahre zeichnete und malte Vereinsmitglied Karl Schlemme eine farbige Ortskarte von Schlarpe auf eine große Hartfaserplatte. Standort dieser Platte mit dem Dorfplan war der Platz des heutigen Aushangkasten gegenüber der Bushaltestelle.Es war ein mit Liebe und Sorgfalt entworfener und gezeichneter Ortsplan. Leider wurde versäumt, die Tafel einzufassen und zu verglasen, sodaß die Hartfaserplatte aufweichte und aufquoll. Nach ca. acht Jahren mußte sie wegen Zerfalls wieder abgenommen
werden. Die mühevolle Arbeit war umsonst gewesen.
Dem Beispiel anderer Gemeinden folgend bemühte sich der Heimat- und Verkehrsverein auch um Ortseingangsschilder für Schlarpe. Nach Besichtigung einiger Schilder in anderen Orten und verschiedenener Vorschläge einigte man sich auf einen Entwurf von Helmut Beller.
Hans Liebner übernahm die Bauausführung und Helmut Beller die Beschriftung. Mit dem gewählten Text sollte auf die Bedeutung der Heidelbeeren für Schlarpe in früherer Zeit hingewiesen werden. Deshalb der Name " Heidelbeerdorf ".
Im Sommer 1989 wurden die Tafeln an den Ortseingängen aufgestellt.
Im Jahre 1995 begannen die Forstverwaltung Hardegsen und das Niedersächsische Planungsamt mit den Planungen für einen Naturerlebnispfad am Rothenberg. Auf Anfrage von Herrn Forstamtmann Städler, Schoningen erklärte sich der Heimatverein Schlarpe bereit, bei der Ausgestaltung mit zuwirken.
An der Bramburgerstaße sollte zur Demonstration ein Stück der alten Feldbahntrasse von der Bramburg zum Bahnhof Volpriehausen freigelegt und evtl. mit Feldbahnschienen und Loren versehen werden. Vereinsmitglied Heinz Decker schweißte und zimmerte daraufhin im Juni 1996 drei Feldbahnloren zusammen, die dann nach Freilegung eines Teilstückes der alten Trasse bei der Heidelbeerhüte dort auf Feldbahnschienen aufgestellt wurden. Die Besucher des Naturerlebnispfades können jetzt mit dieser Nachbildung den Transport der Basaltsteine von der Bramburg nach Volpriehausen gedanklich nachvollziehen.
Auf der Generalversammlung des Verkehrvereines am 19.2.1983 brachte Ortsheimat-pfleger Rehnfarth den Vorschlag, der Verein sollte die Möglichkeit schaffen, unsere Historische Kirche an besonderen Tagen wie z.B.Weihnachten usw. mit Halogenlampen anzustrahlen. Die Kosten würden ca. DM 1600,- betragen.
Über den Vorschlag von Herrn Rehnfarth gab es heiße Diskussionen. Auch eine außerordentliche Migliederversammlung im November 1983 brachte keine Klärung. Die Übernahme der Kosten blieb noch ungeklärt. Inzwischen hatte die Firma Spangenberg, Volpriehausen eine Probeanstrahlung mit 2x 1500 Wattlampen vorgenommen. Die Anstrahlung kam bei den Bürgern gut an. Deshalb wurde der Bau der Anstrahlungsanlage vom Verkehrsverein für DM 1933,55 in Auftrag gegeben.Von der Kirche gab es einenZuschuß von DM 250,-, der Stadt Uslar gabDM 256,- an Spenden kamen DM 250,- zusammen. Zum 25 jährigen Vereinsjubiläum am 30.4.1984 war die Anlage fertig und die Anstrahlung konnte beginnen. Jetzt wird die Kirche in der Weihnachtszeit und an besonderen Festtagen angestrahlt. Die Stromkosten übernimmt die Gemeinde Schlarpe.
Zur Verschönerung des Ortsbildes wurde schon früh mit der Anpflanzung von Blumen begonnen. 1981 besorgte Herbert Sprenger zwei Sandsteintröge (ehemalige Futterkrippen) zur Anpflanzung von Blumen. Später kamen noch einige Betonkübel hinzu. Ab 1987/88
wurde sich vermehrt um Sandsteintröge bemüht und die Betonkübel verschwanden aus dem Ortsbild. Ab 1988 kamen zu den Trögen 8 Blumenkästen auf der Mauer bei Obermann hinzu. Die Bepflanzung der Blumenkübel übernahm anfangs der Bauhof Uslar. Die Pflege der
Blumen ließ aber zu wünschen übrig. Ab 1990 übernahm eine Frauengruppe des Heimatvereines und die betreffenden Anlieger die Bepflanzung und Plege der Blumentröge und Kästen. Im Sommer 1996 zündeten Jugendliche die halbtrockenen Büsche auf dem Dreieck bei der Kirche an, sodaß diese teilweise aufbrannten und trocken wurden. Eine Neuanpflanzung war erforderlich. Der Ortsrat von Schlarpe und der Heimatverein bepflanzten im Frühjahr 1997 das Dreieck mit 61 NDR 1 Rosen. Die Kosten für die Rosen teilten sich Ortsrat und Heimatverein. Dies Ganze geschah im Rahmen der Rosenpflanzaktion der Stadt Uslar.
Von 1980 bis 1992 förderte der Landkreis Northeim das Anpflanzen von Feldgehölzen, Obstbäumen und die Anlage von Streuobstwiesen.Der Heimat u. Verkehrsverein - in Verbindung mit dem Ortsrat - beteiligten sich an dieser Pflanzaktion. Als Erstes wurde 1987 an der rechten Seite des alten Sportplatzes eine Hecke aus Feldgehölzen, sowie am Drosselweg 12 Obstbäume gepflanzt. In den folgenden Jahren kamen eine weitere Hecke an der linken Seite des Sportplatzes, 20 Obstbäume in den Viehweiden von Helmut Kretzer, 20 Obstbäume am Weg zum Sportplatz und 10 Obstbäume am Drosselweg hinzu. Vereinsmitglied Helmut Beller legte eine Streuobstwiese an. Außerdem pflanzte der Verein im Dorfkern einige Rotdorn - u. Lindenbäume. 1990 erhielt der 1. Vorsitzende in Vertretung für den Verein für seinen Einsatz und die Aktivitäten bei der Anpflanzug von Feldgehölzen und Obstbäumen vom Landkreis Northeim den Umweltschutzpreis in Höhe von DM 300,- überreicht.
1996 wurden gemeinsam mit dem Schlarper Ortsrat weiter standortgerechte Büsche und Bäume im Dorf und auf dem Kinderspielplatz angepflanzt.
Bei den vielen Arbeiten, die im Verein von den Vereinsmitgliedern geleistet worden sind, ist die Gemütlichkeit und die Freude an der Arbeit nicht zu kurz gekommen. Es gab immer gut zu Essen und zu Trinken. Oft wurde der Grill von Almut oder Wilhelm Beller angeworfen und die Helfer mit Bratwürstchen versorgt.
In den Anfangsjahren war meist der Sonntagmorgen Arbeitseinsatz für die Vereinsmitglieder. Das gab oft Ärger mit den Ehefrauen, wenn der Ehemann angeheitert zu spät zum Mittagessen kam, weil der Umtrunk nach der Arbeit zu lange gedauert hatte.
Seit ca. 10 Jahren wird nur noch Samstags gearbeitet, von einer Rentnergruppe zeitweise auch an anderen Wochentagen.
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